Dieses und Jenes

La Revolucion marcha bien

Als wir in Holguín landeten, fehlte mein Koffer. Wir waren mit einer deutschen Chartergesellschaft geflogen, die Maschine stand noch draußen auf dem Vorfeld, aber sie wirkte wie der glänzende Sendbote einer anderen Welt. Das Flughafengebäude signalisierte schon auf den ersten Blick, wo wir uns befanden: Ostblock. Ebenso das lieblose Innere der Halle, das alter­tümliche Förderband fürs Gepäck. Auf welchem mein Koffer nicht erschien, einfach nicht auftauchen wollte.

Das Herz eines Sozialisten

The Conscience of a Liberal könnte als Grundsatzerklärung aufgefasst wer­den. Krugman wählt einen historischen Ansatz. Er unterscheidet drei große Phasen in der jüngeren Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Vereinigten Staaten: „The Long Gilded Age“, „The Great Compression“ sowie „The Great Divergence“. Obwohl sein Interesse vorrangig der wirtschaftlichen Ent­wicklung gilt, haben diese Epochen doch auch ihre Entsprechung in der herkömmlichen Geschichtsschreibung.

Ein raues Leben

In den späteren Jahren seines Lebens zählte Alfons Petzold zu den bekannten Dichtern und Schriftstellern seiner Zeit. Zu seinem Bekannten­kreis zählten etwa Felix Braun, Franz Karl Ginzkey oder Stefan Zweig, und er stand in Verbindung mit literarischen Größen wie Gerhart Hauptmann, Rainer Maria Rilke oder Hugo von Hofmannsthal. Er wurde als Arbeiter­dichter geschätzt, und das in doppeltem Sinne: als Arbeiter, der sich zum Dichter entwickelt hatte, gleichzeitig aber auch als ein Dichter, der die Welt der Arbeiter beschrieb.

Oculi, da kommen sie

Waren die Menschen früher anders? Redeten sie anders? Die Frage stell’ ich mir, wenn ich an die stehenden Redensarten denke, mit denen mein Vater gewisse Tätigkeiten zu begleiten oder gewisse Situationen zu kom­mentieren pflegte.

Namma oder nieana

Ortsunkundige glauben, das gesamte Lechtal spreche als Teil des Außer­ferns den dort geläufigen Ableger des Alemannischen, im Volksmund achig’hackt genannt, mit gedehntem offenem Anfangs-a. Dem ist aber nicht so. Der mittlere Teil des Lechtals ungefähr ab Weißenbach bis nach Steeg wurde nämlich vom Oberinntal her besiedelt, „übers Joch“, wie die Lechtaler sagen. Im Oberinntal werden bekanntlich lokale Färbungen der bairisch-österrei­chischen Mundartgruppe gesprochen, und dasselbe trifft folglich aufs mittlere Lechtal zu. Bloß sind dort diese Variationen dank der abgeschie­denen Lage noch einmal eigene Wege gegangen. Daraus entstand das Lechtalerische.

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