Liberale Nasenlöcher

Um eines gleich von Anfang an klarzustellen: Es geht hier nicht um das Corona-Virus, um Pandemie oder auch nicht, es geht auch nicht um Gesetze, Verordnungen oder sonstige Maßnahmen, die in diesem Zusammenhang erlassen beziehungsweise verordnet werden – oder auch nicht. Ich werde mich hüten, in diese Debatte zu waten. Sie ist nämlich nicht nur fruchtlos, sondern inzwischen auch schon ziemlich öde.

Zugegeben: Es wird um die unbeliebte Maske gehen, den Mund-Nasen-Schutz (MNS); doch was der werte Leser oder die geschätzte Leserin von dieser Maske halten – oder auch nicht –, das spielt hier keine Rolle. Dafür oder dagegen, sinnvoll oder sinnlos: völlig belanglos.

Hier geht’s um etwas anderes. Gegen den Mund-Nasen-Schutz wird unter anderem auch mit folgendem Argument protestiert: Die Pflicht, eine Maske zu tragen, schränke die Freiheit des Einzelnen ein, sei somit unvereinbar mit den Prinzipien einer liberalen Demokratie; zusammen mit anderen verordneten Maßnahmen gefährde sie diese sogar.

Und da, bei dem Wörtchen liberal, möchte ich doch Einspruch erheben. So, wie ich den Liberalismus verstehe – mit beschränkter Belesenheit und Auffassungsgabe, zugegeben, besonders im Vergleich zu unseren Konträren –, so wie ich also den Liberalismus verstehe, gibt es eine solche Unvereinbarkeit nicht. Eher im Gegenteil.

Gewiss, das grundlegende Prinzip des Liberalismus besagt, dass niemand legitimerweise gezwungen werden könne, etwas zu tun oder zu unterlassen, nur weil es für ihn besser ist, weil es ihn glücklicher macht, weil es nach der Meinung anderer weise oder gar richtig wäre. So zumindest der Klassiker des Liberalismus, John Stuart Mill (1806–73), in seinem Essay „On Liberty“. Das einzige, was wir in einem solchen Falle tun können, das sei ermahnen, argumentieren, überreden oder vielleicht beschwören. Aber Zwang, womöglich sogar Strafen – nein!

Bloß braucht man nicht lange mit einem Liberalen zu diskutieren, bis der abgedroschene Standard-Satz daherkommt: Meine Freiheit endet da, wo die Rechte des anderen anfangen. Ich will jetzt nicht drauf herumreiten, dass dieser Satz eigentlich sinnlos ist: Denn gerade in städtischen Ballungsräumen leben wir heute so dicht beisammen, dass praktisch jede Freiheit, die ich mir nehme, irgend jemand anderes Rechte verletzt. Weswegen das Prinzip gerne in drastischere Worte gekleidet wird, vorzüglich jene von Oliver Wendell Holmes: „The right to swing my fist ends where the other man’s nose begins“ – das Recht, meine Fäuste zu schwingen, endet dort, wo die Nase des anderen beginnt. In der Praxis ist das zwar auch nicht gerade erhellend, ironischerweise passt es aber gerade auf die Frage der Maskenpflicht haargenau.

Wir müssen uns in Erinnerung rufen, dass die Maske vorwiegend dem Schutze anderer dient, nicht unserem eigenen. Zumindest entnehme ich das den weitaus überwiegenden Äußerungen von Wissenschaftlern. (Ich weiß schon, liebe Konträre, ich weiß schon…) Sie soll verhindern, dass wir beim Atmen, Husten oder Niesen Bakterien und Viren in die Welt und somit anderen Menschen ins Gesicht schießen. Wenn dem aber so ist, oder wenn dem bloß so sein könnte, dann geht es eben nicht um das jeweilige Individuum selbst. Es geht um den Schutz anderer, in letzter Konsequenz der Gemeinschaft (schließlich haben wir’s mit einer Seuche zu tun). Und da – hört, hört! – da gelten, immer laut John Stuart Mill, andere Gesetze:

„Um dies“, nämlich Zwang und Strafe, „zu rechtfertigen, muss das Verhalten, von dem man abschrecken will, derart sein, dass es bei einem anderen Schaden hervorruft. Die einzigen Verhaltensweisen, für die das Individuum der Gesellschaft gegenüber verantwortlich ist, sind jene, welche andere berühren.“ Und in so einem Falle ist tatsächlich „die Gesell­schaft“ zuständig. Was meiner bescheidenen Meinung nach letztlich nur heißen kann: der Staat.

Was die notorische Maskenpflicht angeht, sollte die Sachlage somit ausnahmsweise einmal klar sein: Sie schützt andere. Deshalb hat „die Gesellschaft“ (der Staat) das Recht, das Tragen einer Maske anzuordnen und allenfalls Strafen zu verhängen. Von einer Einschränkung der Freiheit, einer Gefahr für den Liberalismus kann keine Rede sein: Denn mein Recht, Bakterien und Viren in die Luft zu niesen, endet an den Nasenlöchern meines Gegenübers. So gesehen, bestünde sogar eine moralische Pflicht, die Maske zu tragen, zumindest dann, wenn man als einigermaßen zivilisiertes, rücksichtsvolles Mitglied unserer Gesellschaft gelten will.

Womit sich natürlich nicht das Geringste ändern wird, nicht im wirklichen Leben. So, wie ich die überwiegende Mehrheit der Maskenmuffel einschätze, werden sie diese (oder ähnliche) Zeilen gar nicht lesen, und wenn, dann sind sie an solchen Überlegungen nicht im Geringsten interessiert. Aber wenigstens – so wünscht man sich als geplagter Leser – aber wenigstens in unseren Reihen, im Kommentariat könnten wir aufhören, so unbedacht von Freiheit und von liberal zu reden.

Die Zitate stammen aus dem Essay „On Liberty“ von John Stuart Mill, hier zit. nach der Ausgabe der Oxford Univerity Press (Óxford, 1998). Die Über-setzung stammt von mir selbst unter Zuhilfenahme von DeepL Über­setzer.

Die Duesberg-Geschichte

Leser und Leserinnen meiner Altersgruppe werden sich erinnern – Mitte der achtziger Jahre sahen wir uns wie aus heiterem Himmel mit einer Pandemie konfrontiert: AIDS. Eine unheimliche, furchterregende Krankheit; denn nicht nur wusste man damals sehr wenig, es war auch nicht abzuschätzen, wie schnell und wie weit sie sich ausbreiten würde. Damit nicht genug, zielte sie auf ein Kernstück unserer damaligen Kultur: Seit den sechziger Jahren hatte ein gewisser Umgang mit Sex zu unserem Selbstverständnis gehört, zu unseren Selbstverständlichkeiten; und dieser Umgang war – na ja, nicht gerade freizügig (die meisten von uns feierten ja keine Orgien), sehr wohl aber unbekümmert. Und damit sollte es jetzt vorbei sein? Wie lange? Auf immer?

In dieser beklemmenden Stimmung erhob sich eine tröstende Stimme: Alles nicht wahr! Sie stammte von Peter Duesberg, geboren 1936, Professor für molekulare und Zellbiologie an der Universität von Kalifornien in Berkeley, und aufgrund seiner Krebsforschung bereits hoch geschätzter Wissenschaftler. Nun vertrat er die These, dass AIDS gar nicht durch das Humane Immundefizienz-Virus HIV übertragen werde, vielmehr eine Folge von Drogenkonsum, analem Geschlechtsverkehr und anderen Verhaltensweisen sei. Die herrschende Auffassung, so behauptete er, diene bloß der Panikmache, von der in weiterer Folge die Pharmaindustrie zu profitieren hoffe. Deren Medikamente seien völlig wertlos, ja sie könnten sogar selbst AIDS verursachen.

Sehr viele Wissenschaftler folgten ihm nicht – wobei gesagt werden muss, dass seine Behauptungen sehr wohl wahrgenommen wurden, getestet und überprüft. Es gab auch prominente Kollegen, die ihm keineswegs zustimmten, trotzdem für sein Recht eintraten, wenigstens gehört zu werden. Zugleich formte sich allerdings auch so was wie eine Bewegung. So breit wie spätere sollte sie allerdings nicht werden, schließlich gab’s damals noch keine Soziale Medien.

Immerhin gelangte Kenntnis von dieser konträren Bewegung bis in unsere Gefilde. Irgendwann – an Jahr und Datum kann ich mich leider nicht erinnern – irgendwann also brachte die Gegenwart in Innsbruck die deutsche Übersetzung eines Aufsatzes; ich weiß nicht mehr, ob von Duesberg selbst oder über ihn. Die Argumentation klang durchaus logisch. Trotzdem hätte ich ihr damals noch keine übermäßige Bedeutung beigemessen. Das kam erst, als sich auch die Sunday Times in London auf seine Seite zu stellen schien. Da fühlte ich mich ermutigt, eine meiner wöchentlichen Glossen dem Thema zu widmen. Ich blieb vorsichtig, dass muss ich mir selbst lassen, trotzdem konnte kaum Zweifel bestehen, dass ich im Grunde an die konträre Hypothese glaubte. War ja auch ein Geschenk für jeden Kolumnisten!

Wie’s weiterging, wird man sich vielleicht erinnern: AIDS breitete sich nicht so rasend aus wie vorhergesagt. Das lag allerdings auch daran, dass sich die Menschen schützten. Und dazu wurden sie, besonders in Großbritannien, mittels aufwändiger und ziemlich drastischer Informationskampagnen der Regierung angehalten. In einem Land, nämlich Südafrika, folgte die Regierung der Duesberg-Hypothese. Das Resultat war katastrophal.

Mit der Zeit kamen Medikamente auf den Markt, welche AIDS zwar nicht verhinderten oder heilten, die Wirkung der Krankheit jedoch so eindämmten, dass die Opfer wesentlich länger und besser lebten. All das war aber nur möglich, weil Politik und Medizin den Annahmen der konventionellen Wissenschaft bezüglich HIV folgten. Diese Wissenschaftler warnten schon damals, dass es sehr, sehr lange dauern würde, bis ein heilendes Medikament oder gar ein Impfstoff gefunden würden. Auch das hat sich bewahrheitet.

Von Duesberg hat man nichts mehr gehört. Ich nehme an, es gibt noch immer eine verschworene Gemeinschaft seiner Anhänger, aber wissen tu ich’s nicht. Immerhin scheint ihn die Affäre nicht um seine Existenz gebracht zu haben. Meinen Informationen zufolge behielt er seine Professur in Berkeley. Inzwischen muss er schon emeritiert sein.

Was mich betraf – nun, ich lernte. Ich hab’ mich nie wieder derart vorlaut zu naturwissenschaftlichen und medizinischen Fragen geäußert. Dem Ewig Konträren gegenüber bin ich höchst misstrauisch geworden. Und noch eine wertvolle Erfahrung hab’ ich von damals mitgenommen: Ich durfte am eigenen Leib erleben, wie erhebend es sich doch anfühlt, wenn man sich zu einer ausgewählten Gruppe von Menschen mit überlegenem Wissen zählt.

Austria

... und es geht trotzdem weiter -- wenngleich nur in eingeschränktem Umfang. Die Katze kann das Mausen halt nicht lassen. Zumindest nicht, so lange es noch irgendwie geht.

Nicht gerade auf der anderen Seite der Welt, aber doch drei Viertel des Weges dorthin: Wir befanden uns in Victoria, Hauptstadt der kanadischen Provinz British Columbia, gelegen auf Vancouver Island (nicht zu ver­wechseln mit der Stadt Vancouver auf dem Festland).

Es war Sonntag Vormittag. Wir stiegen im Zentrum aus dem Linienbus und gingen in Richtung Hafen. Schon auf den ersten Blick war zu erkennen, dass sich da irgendwas abspielte: Männer in dunkelblauen Uniformen standen auf der Straße herum, etliche hielten Fahnen.

Was konnte das bedeuten?

Nun – selbst wenn man sich nur kurze Zeit in Kanada aufgehalten hat, dann weiß man, was zu tun ist: Fragen. Gleichgültig, wie lästig, wie unsinnig, wie naiv die Frage des Touristen sein mag, er oder sie kann praktisch immer mit einer geduldigen, freundlichen Antwort rechnen. Wirklich erstaunlich.

Also: Wir fragten einen Polizisten, der an der Ecke einer Kreuzung auf seinen Einsatz wartete.

Heute werde der Exekutivbeamten gedacht, welche im Dienst ums Leben gekommen sind, erklärte er uns. Etliche Formationen würden die Straße am Hafen hinunter marschieren und dann an einer Zeremonie beim Parlaments­gebäude teilnehmen.

„Where are you from?“, fragte er uns.

„Austria.“

„Oh,“ freute er sich, „we’ve been there! – What’s that guy called? Adolf Mozart?”

Schlusspunkt

Ich habe bemerkt, dass Blogs manchmal einfach versanden, so als sei dem Autor das Interesse ausgegangen, oder die Energie. Da stößt man dann auf irgendeinen alltäglichen Eintrag aus anno Schnee – und dann kommt nichts mehr. Diesen nachlässigen Eindruck möchte ich vermeiden.

Deshalb also dieser Schlusspunkt:

Leider muss ich meine Beiträge  Aus der Stille einstellen. Vorläufig oder endgültig? – Wer weiß das schon.

Viel gelesen wurden sie nicht, das ist mir schon klar. Doch hat’s Leute gegeben, die mich darauf angesprochen oder die mir geschrieben haben, und ihre Reaktion war zumeist freundlich. Das freut mich bis heute.

Gesehen

Die Bilder hab‘ ich vor einem Jahr aufgenommen, ziemlich genau um dieselbe Zeit. Aber weil ich sie noch nie gezeigt habe, denk‘ ich, sie passen ganz gut hier her.

An einem sonnigen Nachmittag hatte ich plötzlich Zeit übrig und entschloss mich, mit dem Bus auf die Hungerburg zu fahren.

Die neue Hungerburgbahn — ob sie einem nun gefällt oder nicht. Und gar so neu ist sie inzwischen ja auch nicht mehr.

Der Saggen sowie, im Hintergrund, Pradl. Meine jugendlichen Jagdgründe!

Nicht von der Hungerburg aufgenommen, sondern vom obersten Stockwerk des Landesmuseums. Kuppel und Turm gehören zur Jesuitenkirche.

Wieder auf der Hungerburg: Die Serles; für Kenner ist weiter vorne der Bergisel auszumachen.

… sowie die Nockspitze.

Elite

Die Wartehalle am Innsbrucker Flughafen. Departure lounge müsste ich sagen, um zu zeigen, wie weitgereist und wie weltgewandt ich doch bin. Aber was ist schon weltgewandt am Innsbrucker Flughafen? Selbst das Wort „Halle“ scheint ein wenig übertrieben für den niedrigen, emotionslos eingerichteten Raum.

Er hatte sich gefüllt mit Fluggästen, die auf die Ankunft jener Maschine warteten, welche sie anschließend nach London Gatwick fliegen würde. Ziemlich voll, wie ich feststellte. Nur noch wenige Sitze frei in der Halle. Gegenüber von mir ließ sich ein flatternder, zwitschernder Schwarm von Mädchen nieder, Teenager, dreizehn oder vierzehn Jahre vielleicht – je älter man wird, desto jünger schätzt man, immer zu jung. Schülerinnen ganz offensichtlich, eine ganze Klasse. Sie konnten keinen Moment ruhig sitzen, flogen auf, kehrten zurück, unablässig schnatternd.

„Das erste, was ich tun muss“, verkündete eine in bestimmtem Ton, sie wusste es ganz genau: „Zu einem Starbucks.“

Geschmeidige Bewegungen, lange schlanke Finger, gelangweilter Schmoll­mund:

„Ich war schon sooo lange in keinem Starbucks mehr!“

Die anderen spielten mit ihren Smartphones.

Eine von ihnen setzte sich blitzschnell auf den Sessel neben mir, kaum er frei wurde. Ich konnte mir’s nicht verkneifen sie anzureden.

„Sprachwoche, wie?“

Sie nickte.

„London?“

„Ja.“

„Warum eigentlich immer London“, fragte die mit dem Schmollmund beleidigt. „London kenn’ ich doch schon!“

„Welche Schule?“, fragte ich das Mädchen neben mir.

„Akademisches Gymnasium.“

Hatte ich mir’s doch gedacht. Angeblich die Eliteschule von Innsbruck. Rechts­anwälte, Manager, Hofräte, Ärzte. Die bessere Gesellschaft.

 

Gelesen / Just read

Howard Zinn, A People’s History of the United States

Gelesen ist eigentlich übertrieben; drin geblättert kommt der Sache viel näher. Howard Zinn hat sich zum Ziel gesetzt, die Geschichte der Vereinigten Staaten anders zu erzählen, aus dem Blickwinkel der so genannten (und so oft bemühten) einfachen Leute. Und wir wollen ihm abnehmen, dass er Selbiges tatsächlich tut. Aus diesem Blickwinkel, so Zinn, schaut vieles ganz anders aus, als es in herkömmlichen Geschichtswerken geschildert wird und als man’s uns eingetrichtert hat.

Aber wie? Man muss sich klar sein, dass das Buch nur verstehen kann, wer die amerikanische Geschichte bereits kennt, ziemlich genau sogar. Für sich alleine ergibt es keine Geschichte. Vielleicht ist der Titel insofern etwas irreführend: A People’s Annotation to the History of the United States käme der Sache wohl näher. Darin besteht die erste Schwäche von Zinns Ansatz.

Das heißt nicht, das Buch könne keinen Zweck erfüllen. Wenn man sich intensiv mit – sagen wir – dem New Deal beschäftigt, vielleicht gar etwas publizieren will, dann mögen die einschlägigen Passagen durchaus nützlich sein, wertvolle Einsichten bieten. Doch kann auch das nicht über die zweite Schwäche hinweg täuschen. Wenn – sagen wir – selbst der New Deal noch enttäuscht, wenn er nicht das brachte, was sich der Autor offenbar vorgestellt hat – ja, was hat er sich dann vorgestellt? Darauf gibt’s keine Antwort. Niemals.

Empfehlenswert? – Nur unter den oben genannten Bedingungen.

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To say I’ve really read the book would be an exaggeration; leafing through is closer to the truth. Howard Zinn has set himself the goal of telling an alternative history of the United States, from the point of view of so-called (and frequently quoted) ordinary people. Let’s assume that he actually does just that. From this perspective, says Zinn, many things look rather different from the way they are presented in conventional history books, or from the way we were taught the subject.

But in what way? It is important to remember that the book can only be understood by those who already have a pretty detailed grasp of American history. On its own it doesn’t make much sense. Maybe that’s why the title is a bit misleading: A People’s Annotation to the History of the United States would probably be more fitting. This is the first weakness of Zinn’s approach.

That doesn’t mean the book can’t serve any purpose at all. If one is studying, say, the New Deal in detail, perhaps even wants to publish something about it, then the relevant passages may well be useful and may offer valuable insights. All the same, the second weakness cannot be ignored either. If, say, even the New Deal disappoints the author, if it did not produce the results he seems to envisage – well, the question is, what does he envisage? We don’t get an answer to that. Not once.

Recommended? – Only if the conditions stated above apply.

Howard Zinn, A People’s History of the United States, first Harper Perennial Modern Classics deluxe edition (New York: HarperCollins, 2010). First publ. 1980. – Eine deutsche Ausgabe erschien 2013 unter dem Titel Eine Geschichte des amerikanischen Volkes.
Amos Oz, Unter Freunden

Eine Sammlung von Erzählungen aus einem Kibbuz; da treten die unterschiedlichsten Menschen auf: Käuze, tragische Figuren. Es geht um kleine Begebenheiten des Alltags und um tief empfundene Liebe.

Viel mehr ist wohl nicht zu sagen über das Buch – aber das ist kein Tadel, sondern das genaue Gegenteil. Denn darum geht’s doch in der Literatur, oder? Wenn schon nicht ausschließlich, so doch auch, zu einem nicht unwesentlichen Teil: Menschen wie du und ich. Daraus mitreißende Literatur zu machen, das ist die große Herausforderung an den Schriftsteller. Amos Oz (1939–2018) hat sie angenommen und glorios bewältigt.

Empfehlenswert? – Auf jeden Fall, ohne Wenn und Aber.

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A collection of stories from a kibbutz featuring a wide variety of people: eccentrics, tragic figures. The stories deal with small events of everyday life as well as deeply felt love.

There is probably not much more to say about the book – but that’s not meant as a criticism, quite the opposite. Because in the last analysis, that’s what literature is all about, isn’t it? If not exclusively, then at least to a considerable extent: people like you and me. To produce captivating literature from such stuff, that’s the great challenge for a writer. Amos Oz (1939–2018) has accepted it – and he has succeeded gloriously.

Recommended? – Doubtlessly, without any reservation.

Amos Oz, Unter Freunden, aus dem Hebräischen von Mirjam Pressler (Berlin: suhrkamp taschenbuch, 2014). – English version: Between Friends.
Jesmyn Ward, Sing, Unburied, Sing

Wieder einmal AGW, ein allgemein gepriesenes Werk. Jesmyn Wards Roman gewann 2017 den prestigeträchtigen National Book Award in den USA. Es wird also genug Leute geben, denen das Buch gefällt. Leider hat’s den Verfasser dieser Zeilen von Anfang bis Ende kalt gelassen. Sicher, da ist alles drin, was man von AGW erwartet, von technischer Finesse bis hin zu den angesprochenen Themen: Rassismus, Strafvollzug, neue Armut, ja sogar ein Schuss Übernatürliches. Gut. Aber zumindest für diesen Leser kam das alles mit viel zu vielen Worten daher, seitenweise raschelte da bloß das Papier.

Empfehlenswert? – Nun, wie gesagt: Vielen wird der Roman gefallen. Ich enthalte mich eines Urteils.

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Once again a generally acclaimed piece of literature. Jesmyn Ward’s novel won the prestigious National Book Award in the USA in 2017, so there can be no doubt that plenty of people like the book. Unfortunately it didn’t appeal to the person writing this review. To be sure, there’s everything you expect from a generally acclaimed piece of literature – technical finesse as well as an appropriate choice of topics: racism, the penal system, new poverty, even a dash of the supernatural. Very good. But for this reader at least, it all comes with far too many words, page after page of rustling paper.

Recommended? – Well, as I have said, many people will like the novel. As for myself – I beg to reserve my judgment.

Ward, Jesmyn, Sing, Unburied, Sing (London: Bloomsbury, 2018). 1st publ. 2017. – Eine deutsche Ausgabe ist unter dem Titel Singt, ihr Lebenden und ihr Toten, singt erschienen.

Volkstribune und Demagogen

Zum Populismus, ein weiterer Beitrag

Der folgende Ausschnitt stammt aus meinem langen Essay „Land der Lügen“, verfasst 2004/2005. Er bezieht sich auf Jörg Haider und die Erfahrungen, die wir damals mit seinem Populismus und seiner Demagogie gemacht haben.

Wer die angeblich herrschende „Klasse“, das herrschende System im Namen des „Volkes“ angreift, von dem würde man sich eigentlich erwarten, dass er dieses „Volk“ hinter sich hat, dass er wirklich und unbestreitbar für „das Volk“ spricht. Das ist Jörg Haider jedoch selbst am Gipfel seiner Erfolge nicht sonderlich eindrucksvoll gelungen. 27 oder 28 Prozent der abgegebenen Stimmen bei einer Nationalratswahl werden kaum jemanden davon überzeugen, dass hier „das Volk“ gegen eine „herrschende Klasse“ angetreten sei. Trotzdem blieben Haider und seine Paladine ebenso wie seine Verehrer und Verehrerinnen landauf, landab bei der Überzeugung, da sei ein ritterlicher Robin Hood gegen den bösen König und seinen Hof angetreten. Wie lässt sich dieser Widerspruch erklären?

Nun, der erste und am nächsten liegende Schritt ist natürlich, das „Volk“ so zu definieren, dass es doch geschlossen hinter dem Volkstribun steht. Das „Volk“, das sind dieser Logik zufolge die Haider-Wähler. Und die anderen, immerhin eine satte Zwei-Drittel-Mehrheit? Sie mögen zum Teil verblendet sein, entweder hoffnungslos, wie etwa intellektuelle Grün-Wähler, oder vorübergehend, verwirrt von der bösartigen Propaganda übermächtiger Volksfeinde, sodass sie entgegen ihren wahren Interessen abstimmten. Man sieht schon, auch der Volkstribun aus dem rechten Lager braucht das Manöver mit dem „falschen Bewusstsein“, genau wie der Marxist, um seine Fiktion vom „Volk“ und seinen Interessen aufrecht erhalten zu können.

Zu einem anderen Teil mögen sich die Stimmen für gegnerische Parteien aus dem Kreis jener rekrutieren, welche vom „herrschenden System“ profitieren: die „Privilegienritter“ und „Staatsschmarotzer“. Sie zählen ganz eindeutig nicht zum „Volk“, ganz im Gegenteil, sie stellen dessen Feinde dar, die Fremdkörper, welche „beseitigt“ werden müssen. Ihnen gilt der höchst dramatische, heroische Kampf der Volksbewegung.

Unter solchen Umständen stellen 27 oder 28 Prozent zwar noch immer kein überwältigendes Aufgebot dar, doch können jene, welche das wünschen, immerhin glauben, es handle sich um die Elite des „Volkes“, um die Kerntruppe, die Garde. (Oder gar die Avantgarde? Aber nein, das wäre denn doch zu linksintellektuell.)

Lieber weniger, dafür die Richtigen. „Ich will bloß die Fleißigen und die Tüchtigen“, pflegte Jörg Haider vom Podium herunter zu deklamieren, sehr zum Gaudium des Publikums. Am lautstärksten applaudierten jene, welche weder als fleißig noch als tüchtig ortsbekannt waren, eher im Gegenteil; doch wenn sie sich zu Mitgliedern der Haider-Bewegung machten, dann durften sie das Diktum auch auf sich selbst beziehen, empfingen solcher Art also im Handumdrehen die Weihen des Fleißes und der Tüchtigkeit.

Derlei Auftritte veranschaulichten zugleich, wie sehr die Definition des „Volkes“ unweigerlich abhängt von dessen Feinden. Ohne gehässige Attacken ging und geht es da nicht ab, ja mehr noch, eben solche Attacken brachten die Zuschauer erst in Fahrt, da kam Stimmung auf, Johlen, Klatschen und Stampfen.

„Der sagt’s ihnen wieder eini, ha“, raunte uns einer der ortsbekannt „Fleißigen und Tüchtigen“ triumphierend zu.

Was „das Volk“ ist, formiert sich nicht einfach hinter seinem auserkorenen Tribun, womöglich aus vernünftigen Erwägungen heraus, vielmehr bedarf es eines gemeinsamen Kampfes, einer gemeinsamen Stoßrichtung, sowie des daraus resultierenden Wir-Gefühls: emotionale Aufrüstung. Deshalb waren und sind diese Volkstribune so häufig böse Demagogen: Volksaufwiegler und Volksverhetzer. Auch diese Gesetzmäßigkeit kennen wir spätestens seit den Tagen eines Georg Ritter von Schönerer oder der Dreyfus-Affäre in Frankreich.

Oberflächlich betrachtet, wendet sich die Hetze gegen „die da oben“, wäre in diesem Sinne also sozialrevolutionär. Das liegt allerdings gar nicht in der Absicht eines Demagogen von der rechten Seite des politischen Spektrums. Folglich kommt es darauf an, Ziele aufzustellen, die einerseits so aussehen, als handle es sich um „die da oben“, um Unterdrücker oder herzlose Profiteure, die andererseits aber für das „Volk“ leicht auszumachen sind, leicht zu identifizieren. Die Häme der Freiheitlichen richtete sich denn auch stets gegen irgendwelche – kaum je näher beschriebenen – Funktionärscliquen und Privilegienritter, daneben aber mit Wollust gegen linke Intellektuelle und so genannte „Gutmenschen“, gegen Beamte und, wie könnte es anders sein, gegen „Ausländer“, was in diesem Falle jedoch bloß bedeutete: gegen Menschen mit fremdartigem Aussehen – südlich, südöstlich, afrikanisch.

Über den Populismus haben wir uns hier bereits ein paarmal den Kopf zerbrochen: siehe Der Souverän, Populär wollen alle sein und Emotionale Mobilisierung.

Das Empire am Höhepunkt

Jan Morris, Pax Britannica

[for an English version see below]

Hier haben wir also den zweiten Teil jenes Triptychons, von welchem schon einmal die Rede war (Verknüpfung am Ende des Beitrags) – die Tafel in der Mitte. Vom Ansatz her unterscheidet sich dieser Band radikal vom ersten. Nun haben wir’s nämlich mit einer Art Momentaufnahme zu tun: das britische Empire zum Zeitpunkt der großen Jubiläumsfeiern im Jahre 1897 – damals war Königin Victoria 60 Jahre auf dem Thron – und gleichzeitig an seinem Höhepunkt.

Wie Jan Morris das schildert, war die Königin – und Kaiserin von Indien, Empress of India – selbst zu einer bedeutenden Symbolfigur dieses Empires geworden, nicht bloß daheim, sondern eben auch und besonders bei den vielen, vielen Völkern in diesem Reich. Und seine Teile, die fanden sich damals auf allen Kontinenten (wenn man einmal die Antarktis ausnimmt) – etwa ein Viertel der Erdoberfläche mit ungefähr demselben Anteil der Weltbevölkerung. Es handelte sich um das größte Reich, welches uns aus der Geschichte bekannt ist.

Dabei war es keineswegs einheitlich zentral organisiert, eher im Gegenteil: Das Colonial Office in London gab sich als kleine, elitäre Institution, vergleichbar mit einem Club. Dasselbe galt fürs India Office (im selben Gebäude in Whitehall, heute das Finanzministerium), obwohl es doch fürs Herzstück des Empire verantwortlich zeichnete, für die British Raj, die Herrschaft der Briten am indischen Subkontinent. In Wirklichkeit, so Jan Morris einmal, sei das Empire von 43 verschiedenen Regierungen gesteuert worden.

Ebenso buntscheckig gestalteten sich die Geschichte dieses Reiches sowie die Motive, die hinter seinem Anwachsen standen. Dazu zählten Geld- und Machtgier ebenso wie der Bekehrungseifer christlicher Prediger, der Glaube an die zivilisatorische Mission, the white man’s burden, ebenso wie technologische Überlegenheit dank Eisenbahn und Telegraph (und, nie zu vergessen, die Maxim gun). Außerdem bot das Empire Raum für die wachsende Bevölkerung der britischen Inseln sowie ein Betätigungsfeld für abenteuerlustige Soldaten oder Forscher.

Um 1897, so Jan Morris, seien die Briten dem New Imperialism verfallen gewesen, welcher das Empire ideologisch begründete, mit Sinn versah und verklärte. Sie schreibt zwar, dass das Reich wenig sichtbare Denkmäler in England hinterlassen habe, nicht einmal in London, und da wird sie wohl recht haben. Umso markanter waren jedoch die Spuren in der britischen Mentalität. Morris hebt zwei Verhaltensweisen hervor: aloofness, Distanziertheit, und smugness, Selbstgefälligkeit. Ob solche Haltungen im 21. Jahrhundert wirklich ausgestorben sind, mag dahingestellt bleiben; old habits die hard, wie man auf Englisch sagt.

Natürlich ist das, was ich hier wiedergegeben habe, nur ein kleiner und recht kläglicher Ausschnitt aus dem Panorama, welches Jan Morris malt. Aber um es in seiner Gesamtheit zu würdigen, wird man wohl das Buch lesen müssen. Ganz egal, was man selbst noch hinein- oder herausnörgeln möchte – es steht außer Zweifel, dass Jan Morris da ein Meisterwerk gelungen ist: unfassbar die Weite ihrer Sichtweise; beeindruckend, wo sie überall selbst gewesen ist; und einfach begeisternd, wie sie’s präsentiert. Das alleine schon macht die Lektüre zu einem Fest.

Empfehlenswert? – Klar, ja, das versteht sich nach allem, was hier gesagt wurde, von selbst.

***

So here we have the second part of the triptych which has been discussed recently (see link at the end of the posting) – the central panel. In its approach, this volume radically differs from the first. What we have now is a kind of snapshot: the British Empire at the time of the great jubilee celebrations of 1897 – Queen Victoria had been on the throne for 60 years – and at the same time at its apogee.

As Jan Morris describes it, the Queen – and Empress of India – had herself become an important symbol of this empire, not only at home, but particularly among its many, many subject peoples. Its parts were to be found on all continents (if one excludes Antarctica) – about a quarter of the earth’s surface with about the same proportion of world population. It was the largest empire known in history.

Yet it was by no means systematically centralized, quite the opposite: the Colonial Office in London did not pretend to be more than a small elitist institution, comparable to an exclusive club. This was also true for the India Office (housed in the same building in Whitehall, today the Ministry of Finance), although it was responsible for the heart of the Empire, the British Raj, i.e. the British rule on the Indian subcontinent. In fact, Jan Morris once says, the Empire was run by 43 different governments.

The history of the Empire and the motives behind its growth were just as colourful. The latter included the greed for money and power just as much as the proselytising of Christian missionaries; the belief in the mission of civilisation, the white man’s burden, just as much as technological superiority thanks to the railway and the telegraph (plus, not to be forgotten, the Maxim gun). In addition, the Empire offered space to the growing population of the British Isles and a field of activity for adventurous soldiers or explorers.

According to Jan Morris, by 1897 the British had become addicted to New Imperialism, which gave the Empire an ideological foundation, provided it with meaning, and glorified the whole enterprise. She remarks that the Empire left few visible monuments in England, not even in London, and in this she may be right. However, its traces in the British mentality were all the more striking. Morris emphasizes two attitudes: aloofness, and smugness. Whether they have really died out in the 21st century, is a matter of debate; old habits die hard, as they say.

Of course, what I have reproduced here is only a small and rather imperfect extract of the panorama that Jan Morris paints. In order to appreciate it in its entirety, one will have to read the whole book. No matter what pedantic quibbles one may have – there can be no doubt that Jan Morris has succeeded in creating a masterpiece: the scope of her perspective is breathtaking; the sheer number of places she’s been to herself is impressive; and the way she presents her material is simply inspiring. That alone makes the reading a feast.

Recommended? – Certainly, yes; goes without saying after all that has been written here.

Jan Morris, Pax Britannica: The Climax of an Empire, paperback edn. (London: Faber and Faber, 2012). Vol. 2 of the Pax Britannica trilogy; first publ. 1968.

Zum ersten Teil der Trilogie siehe The British Empire, I Presume?

Brexit Day

[for an English version see below]

Irgendwie fühl’ ich mich gezwungen, etwas zu sagen, obwohl ich überhaupt nicht mag. Heut’ ist nämlich Brexit Day – um 23:00 Uhr Ortszeit (24:00 MEZ) verlässt das Vereinigte Königreich die Europäische Union.

Wichtiger Termin – ja oder nein?

Nun, fürs Gefühl vielleicht ja, nach dem ganzen Theater, das sich seit dem Referendum vom 23. Juni 2016 abgespielt hat. Aber sonst? Die wichtigen Entscheidungen sind entweder schon gefallen – der „Deal“, wie’s immer geheißen hat, samt Boris Johnsons Umfaller beim Backstop – oder werden erst getroffen: Das Handelsabkommen muss ja erst ausverhandelt werden. Die Frist läuft bis 31. Dezember 2020. Bis dahin, so nehme ich an, wird sich nicht viel ändern.

Soll ich als eingefleischter Anglophile traurig sein oder froh?

Ich hab’ immer gesagt: An sich könnte ein Brexit vernünftig sein – vorausgesetzt, die Briten wären bereit den Preis zu zahlen. Aber den kennt niemand. Der ist bislang in dem Theater kaum zur Sprache gekommen. Elephant in the room. Und deshalb war der Brexit, so wie’s real gelaufen ist, eben nicht rational, konnte es niemals sein. Irgendwann wird die Rechnung zu begleichen sein; fragt sich nur, wann?

Aber das sagt noch nicht viel darüber aus, wie’s in Zukunft sein wird: für die Briten – und da mein’ ich alle, quer durch die Bank –, für einen regelmäßigen Besucher wie Yours humbly. Meine Bekannten in England sind jedenfalls nicht allzu optimistisch. Offenbar sind sie aufgrund ihres Wissens und ihrer weit gereisten Erfahrung nicht in der Lage, die Schalmeientöne von Boris Johnson und Jacob Rees-Mogg richtig zu würdigen.

***

Somehow I feel compelled to say a few words, even though I don’t want to: today is Brexit Day – at 23:00 local time (24:00 CET) the United Kingdom leaves the European Union.

An important date?

Well, for the general feeling maybe, after all the razzmatazz that has been going on since the referendum on 23 June 2016. But otherwise? The important decisions have either been taken – the „deal“, as it used to be called, including Boris Johnson’s about-turn regarding the Backstop – or are still waiting to be made: after all, the trade agreement has yet to be negotiated. The deadline is 31 December 2020, and I assume that precious little will change until then.

Should I, as a dyed-in-the-wool Anglophile, be sad or happy?

I have always held that basically, Brexit could be reasonable – provided that the British were prepared to pay the price. But nobody knows what that is. It was hardly ever mentioned during said razzmatazz: the elephant in the room. And that’s why Brexit, the way it’s actually been done, could never be rational. Sooner or later the bill will have to be settled; the only question is, when?

But even that doesn’t say a lot about how things will turn out in future: for the British – and I mean all of them, right across the spectrum – or for a regular visitor like Yours humbly. My friends in England certainly are not overly optimistic. Apparently, due to their education and their world-wide experience, they are not able to give the sweet sounds of Boris Johnson and Jacob Rees-Mogg their due appreciation.

An article by the renowned writer Ian McEwan, well worth reading: Brexit, the most pointless, masochistic ambition in our country's history, is done >> 
And in case anybody’s interested – here is a piece I wrote as a reaction to the referendum, June 2016: Another Nail in the Coffin >>