Dieses & Jenes

Grüß Gott

Es muss um das Jahr 2010 gewesen sein, als eine kleine Affäre die Gemüter in und um Innsbruck erregte. In der regionalen Tageszeitung – in diesen Gefilden praktisch die einzige – wurde der Fall eines Physikprofessors an einem städtischen Gymnasium ruchbar, der seinen Schülern angeblich verbot, ihn mit „Grüß Gott“ zu grüßen…
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La Revolución marcha bien

Als wir in Holguín landeten, fehlte mein Koffer. Wir waren mit einer deutschen Chartergesellschaft geflogen, die Maschine stand noch draußen auf dem Vorfeld, aber sie wirkte wie der glänzende Sendbote einer anderen Welt. Das Flughafengebäude signalisierte schon auf den ersten Blick, wo wir uns befanden: Ostblock. Ebenso das lieblose Innere der Halle, das alter­tümliche Förderband fürs Gepäck.
Auf welchem mein Koffer nicht erschien, einfach nicht auftauchen wollte.
Ich befürchtete das Schlimmste. Denn nicht nur befanden wir uns in der Karibik: kommunistisch noch dazu! Ich hörte bereits jene Antworten, welche wir in einer ähnlichen Lage einst in Leningrad zu hören bekamen, mit unbewegtem Gesichtsausdruck, ohne die geringste Gemütsregung: Geschlossen. Nichts zu machen. Njet. Daran prallte jede Bemühung, jede Überredung und jedes Flehen ab.
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Feuertaufe

Aus den Bekenntnissen eines österreichischen Anglophilen

Als ich kurz davor stand, mit dem Unterrichten zu beginnen – richtiger Unterricht, auf mich alleine gestellt, mit der Aussicht auf dreißig, mehr als dreißig Jahre –, da musste ich mich notgedrungen fragen: Wie?
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Wunder und scharfes Denken

Im Alpenland wär’s schon ein Wunder, wenn irgendwer wirklich scharf denken würd’
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Händler und Diebe

Ein nicht gehaltener Vortrag

Hermes, der Götterbote, flink mit seinen geflügelten Schuhen – er galt den Griechen der Antike als Gott der Händler ebenso wie der Diebe. Ein Zufall? Ich glaube nicht…
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Kapitalismus – Liberalismus – Sozialismus

Ein nicht gehaltener Vortrag

Schau’n Sie sich unseren Wohlstand an, meine sehr geehrten Damen und Herren. Schau’n Sie sich um – was wir haben, was wir geschaffen haben, ist das nicht toll? Unsere Wohnungen samt ihrer Einrichtung; die Autos; die Häuser in unseren Städten; die Klinik, die Praxen der Ärzte; die Schulen. Und das verdanken wir alles der freien Marktwirtschaft, dem Kapita­lismus!
Gegenprobe: Von wo sind die Menschen wohin geflohen? Sind sie etwa aus Westeuropa nach Osten geflohen? Fliehen Sie heute von den USA nach Kuba, oder umgekehrt? Ergo: Was immer man gegen die freie Markt­wirtschaft sagen mag, wie tief die Krise sein mag, in der sie gegenwärtig steckt – man darf doch nie vergessen, was sie zu leisten vermag, was sie bisher geleistet hat.
Erster Merksatz: Unser Wohlstand, unsere humane, soziale Gesellschaft, nicht zuletzt unsere Freiheit beruhen alle auf der freien Marktwirtschaft, auf dem Kapitalismus.
So wurde uns das vom triumphierenden Neo-Liberalismus der achtziger und neunziger Jahre eingebläut, forsche Manager ließen es niedersausen auf unsere Hirne wie einen Baseballschläger, und so wird nun, nach dem mani­festen Versagen der Marktwirtschaft im Jahre 2008, der Kapitalismus doch noch irgendwie verteidigt…
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Kleine Ästhetik des Nebulosen

Entwickelt und dargeboten am Beispiel von Burghart Schmidt

„Dem Autor“, so liest man noch vor dem Inhaltsverzeichnis, gleich­sam als Widmung, dem Autor also „wurde zu diesem Buch nachgesagt, er erwecke passagenweise den Eindruck eines Autofahrers, der bei Nebel das Fernlicht einschaltet.“ Wobei es sich bei besagtem Autor um den deutschen Philosophen Burghart Schmidt handelt, geboren 1942, einst wissenschaft­licher Mitarbeiter von Ernst Bloch, später Professor an diversen Unis in Deutschland und Öster­reich, beim Buch hingegen um das 300-Seiten-Oeuvre Postmoderne – Strategien des Ver­gessens (suhrkamp taschenbuch wissenschaft 1136). Wie sich noch zeigen wird, handelt es sich bei dem Einwand um eine klassische Verwechs­lung von Ursache und Wirkung. Zunächst sei aber bloß klargestellt: Das Nebulose wurde nicht von uns, und schon gar nicht böswillig ins Spiel gebracht; wir waschen unsere Hände in Unschuld….
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Das Elend mit der Schuldebatte

Prolegomena zu einer Berufsbilanz

Wie der Titel schon sagt, handelt es sich hier (a) um den Versuch, ein paar grundsätzliche Dinge zu klären, und (b) geht es nicht um die Schule an sich, sondern genauer um die Schuldebatte. Letztere zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass sie so fruchtlos verläuft…
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