Was zum Teufel…

Jetzt scheint der Zirkus vielleicht doch vorüber zu sein: Nämlich ums Visum und die Einreiseerlaubnis dieses serbischen Tennisspielers in Australien.

Warum hat sich der Narr nicht einfach impfen lassen?

Und wenn er dies nicht wollte, aus welchen Gründen auch immer – warum musste er dann einreisen?

Na ja, bekomm’ ich zur Antwort, weil er halt bei einem Tennisturnier mittun wollte. Australian Open, Grand Slam. Oder was auch immer.

Na klar.

Ist uns eigentlich noch bewusst, wie schrecklich unwichtig das alles ist, wie nebensächlich? Ob besagter Spieler – er ist mir nicht wichtig genug, um mir seinen Namen zu merken – ob besagter Spieler also an dem Turnier teilnimmt oder nicht: was macht das für einen Unterschied?

Und wie kommt es, dass besagter Spieler derartige Aufmerksamkeit genießt, nicht bloß down under, sondern weltweit? Lange Artikel und Kommentare im Guardian und im Observer, detto im Standard.

Geht’s noch?

Was hat dieser Mann eigentlich getan, was hat er geleistet? Außer dass er einen Schläger schwingt und einen Ball übers Netz schlägt. Das kann er sehr gut, kein Zweifel, aber was zum Teufel soll das mit der Welt zu tun haben, der wirklichen Welt, der Gesellschaft, den Menschen?

Dieselbe Frage stellt sich anderen prominenten Sportlern auch. Schifahrern zum Beispiel. Wär’s nicht an der Zeit, dass wir unsere Füße wieder auf den Boden bekommen, unseren Sinn wiedergewinnen für das, was wichtig ist und was nicht, und die Druckspalten dementsprechend verteilen? Die Sendezeit? Unsere Aufmerksamkeit? –

Wer mich kennt, der oder die wird nicht überrascht sein bei dem, was jetzt kommt: Eine Anekdote. Ich kann so was einfach nicht auslassen.

Da saß ein weltberühmter Tennisstar in der Business Class eines Linienfluges. Er führte sich fürchterlich hochfahrend auf, anspruchsvoll und herrisch; aber er befand sich damals eben am Zenith seines Erfolgs, seines Ruhms und seiner Bekanntheit: Fernsehen, Zeitungen, sein Konterfei war schier überall.

„Wissen Sie nicht, wer ich bin?“, fuhr er die geplagte Stewardess an.

„Tut mir leid“, gab sie zurück. „Aber beim Fußball kenn’ ich mich nicht so aus.“

(schoepfblog)